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Strategiemanagement bedeutet den einmal geplanten Weg konsequent zu verfolgen. Hin und wieder erscheint uns der Weg lang und mühsam. Eine Chance auf eine Abkürzung wirkt da verlockend. Doch Sie kennen das: Manchmal braucht man für die Abkürzung deutlich mehr Zeit. Was also tun?

Klare Sicht für Ihr Strategiemanagement

Doch von vorne. Während des Verfolgens einer Strategie werden wir auf Opportunitäten treffen. Chancen, die gesetzten Ziele möglicherweise schneller zu erreichen. Leider liegen sie selten auf dem geplanten Weg. Um sie zu ergreifen, müssen wir vom bekannten Pfad abweichen. Ob wir dadurch aber tatsächlich schneller ans Ziel kommen, können wir selten vollständig abschätzen.

Hier fängt das Strategiemanagement an. Zunächst müssen wir abschätzen, ob die Opportunität zu unserer Strategie passt. Oder auch nicht. In unserem Bild: Gehen wir noch in Richtung unseres Ziels oder biegen wir ab?

Aber Vorsicht! Wir mögen es nämlich gar nicht, wenn sich die Richtung ändert (vgl. auch Change Management und der Bundes-Jogi). Infolgedessen verlegen wir dann auch ganz gerne mal das Ziel. Dann passt nämlich die neu eingeschlagene Richtung wieder. Bekannt ist dieses Phänomen (oder auch kognitive Verzerrung) unter dem Namen Confirmation Bias.

Sie sollten also dafür sorgen, klare Sicht zu behalten. Dabei können Sie sich selber helfen: Rufen Sie sich nicht nur das Ziel selbst in Erinnerung. Denken Sie auch daran, warum Sie ehemals dieses Ziel ins Auge gefasst haben. Denken Sie an die Prämissen der Planung. So können Sie auch bei den verlockendsten Angeboten eine überlegte, möglichst objektive Entscheidung treffen.

Manche Chancen liegen auf dem Weg

Vielversprechende Opportunitäten tauchen häufig und in unterschiedlicher Form auf. Dies können zum Beispiel besonders günstige Beschaffungskosten, lukrative Vertriebsoptionen oder auch eine eigene neue Geschäftsidee sein. Eben alles, was die eigenen Aktivitäten bzw. deren Auswirkungen beeinflusst. Mit jeder neuen Chance kommt es auch zu (möglichen) Risiken. Ein Grund mehr zu überlegen, ob es sich lohnt, das ursprüngliche Ziel aus den Augen zu verlieren.

Hilft diese Chance sogar Ihr Ziel zu erreichen (Obacht: Confirmation Bias), dann ergreifen Sie sie. Strategiemanagement bedeutet ja nicht, blind zu sein. Alles was hilft, das Ziel schneller oder besser zu erreichen, soll da recht sein.

Strategiemanagement bedeutet auch Prämissenmanagement

Bedeutet das Ergreifen der Chance aber ein Abbiegen vom Weg, sollten Sie tiefer gehen. Betrachten Sie hierfür die Grundlagen, die Prämissen Ihrer strategischen Planung.

Angenommen, sie haben weiterhin Bestand: Der Markt hat sich nicht grundlegend verändert, es gab keine marktaufrüttelnden Innovationen, keine gefährlichen neuen Konkurrenten oder ähnliche Ereignisse, die unsere Strategie betreffen. Und Sie haben damals keinen Fehler bei der Interpretation dieser Prämissen gemacht. Dann gib es auch keinen Grund vom ursprünglichen Ziel abzuweichen. Sie sollten die Opportunität – und sei sie noch so verlockend – ausschlagen.

Was aber, wenn sich die Grundlagen Ihrer Planung doch geändert haben? Dann müssen Sie diese Situation neu bewerten – und zwar unabhängig von der sich ergebenden Chance. Dabei sollten Sie ergebnisoffen vorgehen. Als Resultat können sich neue Ziele und Maßnahmen ergeben. Ob die Chance dann hilft, die neuen Ziele zu erreichen, können und müssen Sie erst danach prüfen.

Auch wenn dies zunächst nach einem aufwendigen Prozess klingt, und man ja eigentlich „nur“ die vermeintliche Abkürzung wählen wollte, ist es wichtig, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Gerade langfristig ausgerichtete Strategien können an Zugkraft verlieren, wenn unpassende Opportunitäten ergriffen werden. Beispielsweise erkennen Kunden das Markenversprechen (vgl. auch Markenversprechen – Versprochen ist versprochen…), welches auf das Teilen von gemeinsamen Werten baut, nicht wieder, wenn ihr Versorger plötzlich mit Annoncen und Dumpingpreisen in Unterhaltungsmagazinen wirbt. Die Markenbotschaft wird undeutlich und die Kunden verlieren das Vertrauen.

Zusätzlich verwirrt es die Mitarbeiter, wenn plötzliche Opportunitäten angegangen werden, die nicht mit der bekannten Strategie einher gehen.

Zusammengefasst – Step by Step

  1. Wenn sich Chancen ergeben, betrachten Sie die grundlegenden Prämissen der Strategie.
  2. Überprüfen Sie, ob die Opportunität in die Strategie passt und lassen Sie sich nicht durch den Confirmation Bias in Ihrer Entscheidung beeinflussen.
  3. Prüfen Sie bei einem Nicht-Fit zwischen Opportunität und Strategie, ob die bisherigen Prämissen mit den heutigen Marktumständen Gültigkeit behalten. Wenn nicht, scheuen Sie sich nicht, diese gegebenenfalls anzupassen und überdenken Sie die Auswirkungen auf die Strategie.

Wenn Sie weitere Anregungen hierzu suchen, nutzen Sie unseren Blog oder kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns über einen Austausch.

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