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Fühlen Sie sich auch so alt, wenn Sie miterleben, wie Informationskonsum heute stattfindet? Überschriften und Bullet-Points statt Fließtext. Meinungen statt Fakten. Convenient Sample statt Überblick. Aber es hilft ja nichts! Wir müssen uns daran machen, die Art der Kommunikation zu entschlüsseln.

Informationskonsum muss effizient sein

Viele Dinge werden von den älteren Generationen an die jüngeren weitergegeben. Die jüngere Generation hinterfragt diese (hoffentlich), rebelliert von Zeit zu Zeit dagegen (verständlich) und entwickelt die Dinge weiter (glücklicherweise). Merkwürdigerweise scheint dies bei der Kommunikation nicht der Fall zu sein.

Vielmehr wirkt es auf mich, als dass die jüngere Generation neue Formen der Kommunikation erschafft, die die vorangegangenen Generationen (mühsam) adaptieren (müssen). Ohne Sozial- und/ oder Kommunikationswissenschaftler zu sein, spielen hierfür sicherlich unterschiedliche Dinge eine Rolle.

Zum einen sind wir in unserer Gesellschaft hochgradig effizienz-getrieben. Dinge, die uns nicht zu einem bestimmten Ziel führen, die tun wir schlichtweg nicht. In der Konsequenz wollen wir auch keine Informationen mehr aufnehmen, die uns nicht interessieren. Der Blick über den Tellerrand ist out. Vielleicht weil wir alle so oft gehört haben, dass wir erst mal unsere eigene Suppe auslöffeln müssen.

Gleichzeitig ist es aber so, dass die Flut der Informationen, die auf uns einprasselt, immer größer wird. Das bringt mich zum gerne von mir zitierten Informationsparadoxon: „Den Wert einer Information können wir erst beurteilen, wenn wir die Information bereits konsumiert haben.“ Um effizient zu sein, bleibt uns aber nichts anderes übrig, als einen Filter zu setzen. Und zwar so früh wie möglich.

Der Filter wird enger

Und hierbei hilft die Digitalisierung enorm. Denn „Digital Natives“ konsumieren keine Informationen, die über Broadcasting verteilt werden. Also über Medien, die eine ganze Bandbreite von Informationen verteilen. Informationen sollen mich also nicht mehr über den Push erreichen, vielmehr möchte ich sie selber auswählen (Pull). Eine Tageszeitung oder ein Informationsportal wie es die klassischen Medien darstellen, sind dafür nicht gut geeignet. Vielmehr suchen viele Menschen Informationen auf Kanälen, auf denen sie irrelevante Informationen wegfiltern können. Alles hinter und neben dem Tellerrand wird ausgeblendet. Sehr effizient.

Doch auch in diesem Fall muss ich den Wert einer Information noch selber beurteilen. Wäre es nicht besser, wenn andere das für mich tun? Klar! Deswegen werden Informationen auch weniger auf neutralen Plattformen gesucht. Vielmehr suchen sich Konsumenten Plattformen auf, auf denen ihre „Peer“, also vermeintlich ähnlich gestrickte Menschen, kommunizieren. Hier besteht natürlich eine erhebliche Verzerrungsgefahr. Denn Selbstbild und Fremdbild decken sich ja bekanntlich nicht immer.

Um die Effizienz dann aber noch weiter zu treiben, dürfen Informationen auch nicht mehr zu dicht und zu komplex sein. Ideal ist die Informationsaufnahme auf Bullet-Point-Niveau. Quasi das auf die Spitze getriebene „Querlesen“. Oder es wird eine audio-visuelle Information bevorzugt. Die erlaubt es nämlich dem Konsumenten, sich zeitgleich noch anderen Tätigkeiten zu widmen.

Umdenken bei der Kommunikation

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Das hier ist kein Artikel zum Thema „Früher war alles besser“. Das obige ist zunächst wertfrei zu verstehen. Sicher sehe ich in dieser Form des Informationskonsums auch Gefahren. Aber das wäre ein anderes Thema. Hier geht es darum: Wie gehe ich mit diesen Erkenntnissen um?

Denn – wie eingangs erwähnt – stellt das oben Beschriebene für mich kein „Teenie-Phänomen“ dar. Vielmehr diffundiert es durch die Gesellschaft – und zwar durch alle Altersgruppen. Im privaten Bereich wie im geschäftlichen. So sehen wir die Herausforderungen, die sich mit dieser Art von Informationskonsum stellen, in den meisten unserer Projekte. Nicht nur beim Unterstützen der Kommunikation an die Kunden unserer Klienten sondern auch in der Kommunikation mit unseren Klienten im Rahmen der Projekte. Wir müssen uns also dieser Herausforderung stellen. Und das bedeutet für mich:

Wählen Sie einen Kommunikationskanal, in dem sich Ihre Zielgruppe informiert.

Hört sich trivial an, ist es aber nicht. Denn zum einen müssen Sie natürlich zunächst einmal wissen, was für Kanäle das sind. Ist es Facebook oder LinkedIn. Instagram oder Xing. Dabei wäre diese Einteilung sogar noch zu grob. Denn innerhalb dieser Kanäle gibt es meistens weitere Kanäle oder Gruppen, in denen der eigentliche Informationsaustausch stattfindet. Nun können Sie aber nicht einfach eine Werbung dort schalten.

Verpacken Sie Ihre Informationen so, dass Sie als authentischer und damit vertrauenswürdiger Bestandteil wahrgenommen werden.

Sie müssen also die Sprache Ihrer Zielgruppe annehmen. Zudem müssen Ihre Informationen so verpackt werden, dass Sie als eine Art Geschichte wahrgenommen werden (vgl. Blogbeitrag). Dabei sollten Sie alle „Trigger“ vermeiden, die Ihre Informationen als werblichen Inhalt erkennbar machen. Es darf nicht mehr um Ihr Produkt gehen, es muss um die (Alltags-)Herausforderungen Ihrer Kunden gehen – und wie Sie dabei helfen können.

Ihre Information muss einfach zu konsumieren sein.

Entschlacken Sie Ihre Kommunikation. Um durch den Effizienz-Filter zu kommen, muss der Kern der Geschichte schon über die Überschrift erfassbar sein. Sprachlich gesehen bedeutet das, dass Sie extrem pointiert sein müssen. Gehen Sie davon aus, dass Ihre Überschrift, dass einzige ist, was Ihre Zielgruppe aufnimmt. Unterstützen können Sie das durch ein starkes, zum Inhalt konsistentes Bild. Details und Erklärungen spielen erst dann eine Rolle, wenn Sie Ihre Zielgruppe schon gepackt haben. Und auch dann ist es immer noch eine Überlegung, ob Sie diese nicht eher audio-visuell darbieten können.

Das Kommunizieren mit unserer Zielgruppe wird also nicht einfacher. Es erfordert von uns noch mehr Planung und noch mehr bewusstes gestalten der Informationsverteilung und -darbietung. Es zwingt uns aber auch dazu, noch intensiver darüber nachzudenken was genau an wen genau wir kommunizieren wollen. Und das ist ja auch nicht das Schlechteste.

Übrigens: Wenn Sie es bis hier geschafft haben, trifft das oben beschriebene Informationsverhalten nicht auf Sie zu…

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Über den Autor

Dr. Michael Stiller ist Impulsgeber und Umsetzer für die Themen Strategie, Marketing & Vertrieb. Seit über 20 Jahren berät er Unternehmen zu diesen Themen und scheut sich auch nicht Verantwortung – z.B. als Interim Manager – für die Umsetzung zu übernehmen. Seine Erfahrungen und Wissen teilt er hier und in seinem Podcast.

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