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Die Geschwindigkeit in der Branche nimmt ebenso weiter zu wie die Komplexität. Neben den steigenden Herausforderungen im Commodity-Geschäft müssen neue Produkte nebst Vermarktungsansätzen entwickelt werden. Häufig erfolgt dies in Projekten. So steigt bei Führungskräften sowohl die Anforderung an Fach- als auch Führungskompetenz. Dennoch bleiben die meisten Versorger beim alt hergebrachten Führungsansatz.

 Ergebnisorientierte Hierarchie

Fast alle Versorger sind in einer hierarchischen Struktur organisiert. Teamkoordinator, Gruppenleiter, Abteilungsleiter, Bereichsleiter, Geschäftsführer. Ein einfacher Aufbau mit meist geringen Führungsspannen. Dabei werden von der Geschäftsführung abwärts Ziele vorgegeben, die der jeweilige Nächste weiter auf seine Direktreporte herunterbricht. Die Rolle der Führungskraft ist damit klar. Sie ist verantwortlich für das Erreichen dieser Ziele. Dabei sind die Teildisziplinen im Unternehmen durch funktionale Bereiche ebenso wie die Ziele klar abgegrenzt. Wenn überhaupt muss die Führungskraft also „nur“ Fachkompetenz für „ihren“ Bereich haben und häufig ist auch das nur zum Teil notwendig. Denn das Wie muss durch die „Untergebenen“ erarbeitet werden.  In – mehr oder weniger regelmäßigen – Jour Fixe werden dann die Zielerreichungen abgeglichen. Eine Einschätzung ob die Ziele bis zum Ende des Jahres erreicht werden können, beruht zumeist auf qualitativen Aussagen der Direktreporte.

In einem kontinuierlichem Markt mit festen Strukturen kann diese Form der Führung auch durchaus effektiv sein. Allerdings ist der Energiemarkt schon lange nicht mehr kontinuierlich und auch die Strukturen des Marktes weichen immer stärker auf. Durch die hohe Zahl an Wettbewerber, müssen die Kunden in immer feinere Segmente aufgegliedert werden, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Durch die sinkenden Rohmargen müssen alternative Geschäftsmodelle und Produkte identifiziert und etabliert werden. Hierfür müssen – meist kurzfristig und projektorientiert – funktionale Bereiche des Unternehmens wie z.B. Produktmanagement und Vertrieb oder auch Kundenservice zusammengebracht werden (vgl. auch Blogbeitrag). Die althergebrachten, starren Strukturen werden dadurch immer wieder aufgebrochen.

Prozessorientierte Matrix

Dadurch ändern sich natürlich auch die Anforderungen an die Führungskraft. Die Führungskraft muss bzw. soll nun interdisziplinär (bzw. cross-funktional) steuern können. Dadurch erhöht sich naturgemäß die Anforderung an die Fachkompetenz. Doch das bedeutet auch, dass die Führungskraft Verantwortung für Ergebnisse trägt, die nicht nur in ihrer direkten disziplinarischen Führungsverantwortung erzielt werden (können). Dadurch steigt auch die Anforderung an die Führungskompetenz sowie die Führungsspanne. Diese gestiegenen Anforderungen verlangen von der Führungskraft einen neuen Führungsstil:

Die Führungskraft kann sich nicht mehr nur noch auf ihre disziplinarische Kompetenz verlassen, sondern muss auch Instrumente entwickeln, außerhalb dieser Kompetenz Mitarbeiter zu führen. Darüber hinaus wird es aufgrund der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Ziele kaum noch möglich sein (oder nur mit einer hohen individuellen Affinität zum Risiko), alleinig die Zielerreichung zu kontrollieren. Vielmehr muss die Führungskraft, um Ihre Ressourcen sinnvoll einzuteilen, frühzeitig entscheiden können, welches Projekt bzw. welcher Tätigkeitsstrang mehr und welcher weniger Aufmerksamkeit erfordert. Das geht aber nur, wenn Sie bereits den Prozess zur Zielerreichung im Blick behalten kann. Für eine effektive Führung sollte daher das ergebnisorientierte Kennzahlensystem einem prozessorientiertem Kennzahlensystem weichen. Um ein solches aufbauen zu können, muss die Führungskraft die entsprechenden Prozesse aber deutlich besser verstehen als bisher. Das wird ihr nur gelingen, wenn sie sich auch deutlich stärker involviert und den Wirkungsbereich ihrer Direktreports im Detail durchdringt.

Auch wenn sich dies zunächst eher radikal und nach mehr Arbeit anhört – am Ende steht neben dem Job-Enlargement aber auch durch die Vielfalt der Aufgaben ein gehöriges Job-Enrichment. Und damit auch mehr Raum für Sie, sich selbst zu verwirklichen.

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