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Für den einen kommt er überraschend, für den anderen bereits lange erwartet – der Jahreswechsel. Nicht nur, dass wir uns auf die gemütliche Weihnachtszeit und ein paar erholsame Tage „zwischen den Jahren“ freuen. Für viele ist dies auch die Zeit, in der man Schwung nimmt, um mit neuer oder zumindest adjustierter Planung ins neue Jahr zu starten. Zwingende Voraussetzung dafür: Man hat bereits eine Strategie und Jahresplanung 2016!

Bewerten der Zielerreichung als Basis

Die Basis einer Strategie für das nächste Jahr ist die fundierte Analyse diesen Jahres. Sind die Ziele für 2015 erreicht worden bzw. werden diese noch erreicht? Wird diese Frage mit „Ja!“ beantwortet, sind viele Manager bereits zufrieden. Doch stellt sich hier die Frage, ob das Erreichen dieser Ziele Glück oder Können war. So sollte beim Bewerten der Zielerreichung stets auch beachtet werden, unter welchen Rahmenbedingungen diese Ziele erreicht wurden. Dabei sollten die Prämissen der strategischen Planung mit den tatsächlichen Entwicklungen verglichen werden. Idealerweise erfolgt das im Rahmen einer sogenannten Treiberanalyse (vgl. auch Blogbeitrag Strategie – “Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will..”). Hat sich der Markt besser oder schlechter entwickelt als angenommen? Standen uns die Ressourcen zur Verfügung, die wir für die ursprüngliche Planung unterstellt haben? Haben wir alle Aktivitäten, die wir für die Zielerreichung geplant haben, durchgeführt? Das sind die Fragen, die Sie beim Bewerten Ihrer Zielerreichung leiten sollten. Haben sich alle Treiber bzw. Rahmenbedingungen deutlich besser entwickelt als erwartet, so sollten auch die Zielerreichung über den gesteckten Zielen liegen. Anders herum gilt natürlich das gleiche. Waren die Rahmenbedingungen für die Zielerreichung deutlich schlechter, so kann man auch nicht erwarten, dass alle Ziele zu 100% erfüllt werden.

Diese Analyse sollte nicht nur auf oberster Managementebene und damit auch auf der obersten Ebene des Zielsystems erfolgen, sondern sich über das ganze Ziel- und damit auch Kennzahlensystem erstrecken. Denn auch wenn auf der obersten Ebene die Ergebnisse „stimmen“, muss das noch lange nicht heißen, dass dies auch für die unteren Ebenen zutrifft. So offenbaren sich Optimierungspotenziale häufig erst im Detail. Zudem zeigt sich so auch, wie leistungsfähig das eingesetzte Kennzahlen- und Monitoringsystem ist (vgl. auch Blogbeitrag Unternehmenssteuerung – von Puzzles und Puzzle-Teilen). Werden Abweichungen zum Plan erst bei der jährlichen Tiefenanalyse offenbar, so ist dies nämlich ein sicheres Zeichen, dass zumindest das Reporting, wenn nicht sogar das Kennzahlensystem selbst, angepasst werden muss.

Aus Fehlern lernen

Mit diesem Wissen lässt sich eine solide Strategie für das nächste Jahr entwickeln. Es stellt sicher, dass man Fehler aus 2015 vermeiden kann. Natürlich lassen sich aber auch Stärken entdecken, auf die es aufzubauen gilt und die für die Strategie 2016 stärker genutzt werden sollten. Das gleiche gilt für Risiken, die eingeplant werden müssen bzw. für die es Gegenmaßnahmen zu planen gilt. Darüber hinaus lassen sich durch das objektive Analysieren von letztjährigen Zielen, Zielerreichungen und Zieltreibern auch Fehler in der Strategiefindung selbst aufdecken. So unterliegen fehlerhafte Annahmen häufig persönlichen Wahrnehmungsverzerrungen, da man bestimmte Aspekte zu optimistisch oder auch zu pessimistisch betrachtet hat. Diese Verzerrungen sollten in der Strategie 2016 ausgeglichen werden. Das lässt sich z.B. erreichen, wenn man Marktentwicklungen durch mehrere Experten (in einer Art Delphi-Befragung) abschätzen lässt.

Häufig wird die Jahresplanung nur auf einer hohen Aggregationsebene durchgeführt. Sie sollte aber durchaus bis ins Detail erfolgen. Viele Manager wollen dies nicht, da sie befürchten, sich selbst zu sehr zu beschränken und mögliche Opportunitäten dadurch nicht ergreifen zu können. Doch dem ist nicht so. Vielmehr wird das Beurteilen, ob eine Opportunität ergriffen werden sollte oder nicht, deutlich objektiver. Denn desto detaillierter man plant, desto klarer wird auch, worauf man verzichten müsste, wenn man die jeweilige Opportunität ergreifen möchte und vom ursprünglichen Plan abweicht.

Also nutzen Sie die verbleibenden Tage, um sich ein fundiertes Bild zu verschaffen und setzen Sie für das nächste Jahr die richtigen Akzente!

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