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Wahrscheinlich haben wir das alle schon einmal erlebt: Im Terminkalender steht ein Eintrag wie „Produktwelt 2.0“ oder „Zukunft Stadtwerke“; Teilnehmer: 12; Dauer: 4h; Agenda: 1) Brainstorming. Begonnen wird so ein Meeting dann in aller Regel mit Sätzen wie „Wir haben uns heute hier getroffen, um ein Brainstorming zum Thema (siehe Kalender) zu machen. Werfen Sie einfach alle Ideen in den Raum.“ Spätestens jetzt hat man 2 Möglichkeiten: Entweder einschlafen oder eine angeregte aber völlig nutzlose Diskussion führen.Die Ursache hierfür liegt in einer völlig mißverstandenen Auffassung der Methodik Brainstorming. Denn Brainstorming ist eben kein wilder, unplanbarer und unstrukturierter Kreativprozess, aus dem man dann eine zukunftsweisende Innovation extrahieren kann. Wenn dem so wäre, wäre das Ergebnis purer Zufall. Oder – um es bildhafter darzustellen – es wäre ein Konzert, bei dem alle Mitglieder der Band einfach mal drauf losspielen. Soetwas kann gutgehen, aber Geld verdienen wird man mit der Aufnahme einer solchen Darbietung eher nicht. Ebenso mißverstanden – und häufig eher noch verschlimmernd – ist die Regel, dass bei einem Brainstorming wirklich alle Gedanken erlaubt wären. Natürlich soll die Kreativität im Kreativprozess nicht beschnitten werden – aber einige Ideen sind es auch einfach nicht wert, weitergedacht zu werden. Sie führen in eine falsche Richtung und entfernen die Teilnehmer immer weiter von der Lösung der gestellten Aufgabe.

Auch eine Ergebnisdokumentation oder -präsentation gibt es bei solchen Meetings selten. Wenn doch, dann finden sich die meisten Teilnehmer in ihr nicht wieder. Denn aufgrund des freien Gedankenaustausch wird es für den Moderator meistens unmöglich, ein solches Meeting klar strukturiert zu dokumentieren. In Folge dessen wird er die Diskussion so interpretieren, dass Sie hervorragend zu seiner oder der Idee des Auftraggebers passt. Das steigert die Frustration der anderen Teilnehmer noch weiter.

Die gute Nachricht: Brainstorming kann funktionieren. Allerdings hat es dann nichts mehr mit dem vermeintlich bequemen Wir-treffen-uns-mal-und-tauschen-Ideen-Ansatz zu tun. Es ist harte Arbeit. Wichtig ist eine gute Vorarbeit. Die Problemstellung sollte gut aufbereitet werden. Die Ziele des Prozesses sollten klar und präzise formuliert werden. Dabei ist es wichtig das Ziel nicht zu weit (Wo steht die Energiebranche in 5 Jahren?) und nicht zu eng (Über welchen Online-Kanal werden wir in 5 Jahren Langfristprodukte vertreiben?) gefasst werden. Viel hilft nicht immer viel. Das gilt auch für die Teilnehmerzahl. 5-8 ist eine optimale Größe. Hier gilt eher „viele Köche verderben den Brei“.

Das Durchführen eines solchen Meetings stellt hohe Herausforderungen an den Moderator. Er muss entscheiden, welche Techniken sinnvoll eingesetzt werden. Die Wahl hängt davon ab, welche Probleme beim Erreichen des Ziels auftreten. So kann es vorkommen, dass die Gruppe nur in eingetretetenen Pfaden denkt. In solchen Fällen helfen Methoden wie die Reizwortanalyse. Werden zu wenig Ideen generiert, können neuere Ansätze wie z.B. das Brainswarming (Artikel) eingesetzt werden. In jedem Fall muss der Moderator darauf achten, dass der Kreativprozess zielführend bleibt. Auf diese Weise kann auch dokumentiert werden, was wiederum 2 Vorteile mit sich bringt: Die dokumentierten Lösungen und Ideen regen zu weiteren eventuell besseren Lösungen an und die Teilnehmer werden positiv bestätigt.

Also: Generieren Sie Ideen für neue Produkte und Geschäftsfelder! Aber achten Sie darauf, dass aus dem Brainstorming nicht nur ein laues Lüftchen wird.

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